2018

Beobachtungsbericht vom 12. Oktober 2018

Wie soll es anders sein, es war wieder mal öffentlicher Abend und bei uns jede Menge Gäste angesagt. Eigentlich hätte die Gruppe, die uns diesmal besuchte schon im September kommen sollen, nur wurde da der öffentliche Abend wegen Schlechtwetter abgesagt.

Auch von unserer Seite sagten einige zu, was auch gut war, den 60 Personen wollten wir auf vier Gruppen aufteilen. Wären unangemeldet so viele Leute gekommen, wie im August, wären wir etwas unter Druck geraten.

Theresa und ich fuhren kurz nach drei von zu Hause weg und etwa zwei Stunden später waren wir auf der Alm. Kurt stellte gerade seinen Dobson auf und Werner war dabei, ins Almhaus aufzubrechen, um da alles für einen kurzen Vortrag vorzubereiten.
Ich stellte mein Teleskop auf den Platz, während Kurt seinen frisch belegten Spiegel in die Halterung legte und justierte. Danach gingen Theresa und ich ins Almhaus um uns erst mal einen Kaffee mit Kuchen zu genehmigen.

Werner räumte da gerade ein paar Sachen von der kleinen Stube in die große. In der großen Stube war bis vor kurzem eine Geburtstagsfeier. Da diese aber schon zu Ende war, konnte Werner diese beziehen. In der kleinen wäre es für 60 Personen auch etwas eng geworden.
Ich nahm ihm Laptop und Beamer ab. Irgendwann beim herumräumen bestellte sich Werner ein Bier. Auch andere bestellten sich irgendwelche Getränke. An dem Tag wurde gerade der Schlepplift für die Saison vorbereitet. Schließlich standen ein paar Getränke am Tresen.
Da erschien Gerald in der Gaststube. Gerade rechtzeitig, bevor all unsere Gäste eintrafen. Für 18 Uhr war der Vortrag geplant und es war schon dreiviertel vorbei.
Ohne etwas bestellt zu haben, nahm er sich das letzte auf dem Tresen stehende Bier und meinte nur nebenbei: „Ah, is des scho meins“?
Monika erwiderte nur, daß es zwar bestellt wurde, sie wisse aber nicht mehr von wem; „soll i da nu frischn Schaum draufgebm?“

Wir plauderten mit Gerald, als schließlich die Frage auftauchte, wie viel Zeit noch bleibt, für die 60 Personen, um sich etwas zu Essen bestellen. Um zehn nach 7 war die ISS angesagt und die kam um 19 Uhr 17 Saturn näher. Walter wollte die Raumstation mit seinem Teleskop einfangen und auf seinen Laptop übertragen. Zu wenig Zeit, um 60 Personen etwas zum Essen zu richten. So beschloß Gerald, sein Teleskop beim Almhaus aufzustellen, mit den Gästen die ISS hier zu beobachten und, wenn alle gegessen haben, mit ihnen auf die Sternwarte zu kommen.

Kurz vor´m Vortrag kam Werner nochmal in die Gaststube: „Hob i do iagendwo mei Bia steh lossn?“
„Ah – woa des deins?“ – gab Gerald kurz zurück. Werner bestellte sich ein frisches Bier, nahm es diesmal gleich mit und verschwand wieder in der großen Stube.
Meine mir Anvertraute und ich bestellten uns schließlich zusammen eine Bretteljause. Der Hunger war nicht allzu groß, aber die Nacht könnte noch länger dauern. Es dauerte nicht lange und wir verputzten unseren Imbiss. Zwischendurch besorgte ich uns den Zimmerschlüßel. Wir wollten diesmal hier übernachten.

Ich bestellte mir gerade noch einen Schilchersturm und wollte damit kurz rüber zu Werner und unseren Gästen schaun, als mir Sepp und Roman entgegen kamen. Auch sie wollten noch etwas essen, bevor der Trubel losging. Hab ich schon erwähnt, daß unsere Gäste ca. 30 Kinder der Montessori Schule in Amstetten, ein paar Lehrer und ihre Eltern waren?

Kurz vor 7 gingen Theresa und ich hinüber zur Sternwarte, wo Walter, aber auch Kurt, ihre Teleskope schon aufgestellt hatten. Hans war auch schon da und brachte sein Gerät ebenso in Position. Es war angenehm für einen Oktober Abend und Wind war kaum einer zu spüren. Allerdings bedeckten hohe Wolken immer wieder einen Teil vom Himmel.
Um das Zusammentreffen von Saturn und der ISS eventuell kurz im Teleskop sehen zu können, steckte ich das 39mm Okular an und richtete mein Teleskop auf den Ringträger. Gerade noch rechtzeitig kamen Sepp und Roman auch wieder herüber.
Ich glaub, Kurt war es, der die Raumstation als Erster entdeckte. Sie zog gerade über den Mond hinweg und näherte sich rasch den Ringplaneten. Aber mir kam ihre Flugbahn höher vor, als ich erhoffte. Ich machte zwar einen kurzen Blick durch das Okular, ging aber anschließend runter zu den anderen, die sich die ISS am Laptop anschauten. Leider hatte Walter nicht die Zeit, um sein Teleskop genauer auszurichten, wodurch er alle Hände voll zu tun hatte, um die Raumstation im Bild zu behalten. Bald war der Spuk vorbei und ich nahm Saturn kurz unter die Lupe. Titan stand rechts von ihm, auf die Cassini Teilung hab ich nicht geachtet.

Schon standen die ersten Gäste auf der Treppe. Ich stellte erst mal den Mond ein, der bei Kindern immer gut ankommt. Dieser hatte gerade mal drei Tage den Neumond hinter sich, stand im Skorpion  und war bald im Begriff, die Himmelsbühne zu verlassen. Die Kleinen, sie waren so zwischen 8 und 12 Jahren, waren begeistert von unseren Trabanten. Aber auch Saturn kam gut an und natürlich wurden viele Fragen gestellt.
Während sich alle die eingestellten Objekte anschauten, schaute ich mir im Vereinsteleskop kurz mal Mars an. Den hatte Gerald schon eingestellt, bevor er ins Almhaus kam. Hier suchte er seine Jacke: „Sie is weda im Auto und do is a niagends. Kaus eigentlich nua drübm bei da Erika wo sei.“
„Sie wiad scho wida auftauchn!“; gab ich zurück.
„Nau hoffentlich! Mei Schließl und mei Göd hob i do eigsteckt!“

Toni, Reinhard und Franz besuchten uns auch. Rundherum wurden der Ringnebel, M13, die Andromeda Galaxie sowie der Doppelhaufen h/chi gezeigt. Reinhard fragte nach den beiden Sternhaufen und einigen anderen Objekten. Ich vertröstete ihn auf später, wenn der Trubel vorbei sei. Den Doppelsternhaufen h/chi, im Perseus, holte ich allerdings gleich mal rein. Ich suchte in den Wolkenlücken nach Objekten, die ich noch den Kindern zeigen konnte. Im Moment gaben diese aber nichts frei.

Werner meinte, ich sollte mir eine Gruppe schnappen und oben auf dem Parkplatz den Sternenhimmel zeigen. Sie würden oben schon auf mich warten. Dafür holte ich mir meinen Laserpointer. Gerald war schon mit einer anderen Gruppe oben. Nebenbei bemerkte er: „Waßt du, wen de Jackn gheat? I muaß drübm de foische dawischt haum!“
„Da Gerald suacht seine!“; antwortete ich ihm. Irgendwie haums de zwa heit mitanaund! Woa des de Retourkutschn fia des Bia, des si da Gerald anfoch so gnommen hot?

Ich stapfte rauf auf den Parkplatz, gefolgt von Theresa, wo schon eine Gruppe von gut zehn Personen auf mich wartete. Ich informierte kurz Gerald über den Verbleib seiner Jacke und widmete mich unsren Gästen.
Leider machte es die wechselnde Bewölkung nicht leicht, den Sternenhimmel zu erklären. Zum Glück verzogen sich die hohen Wolken bald, wenn auch eine leichte Himmelsaufhellung bis fast Mitternacht blieb. Vielleicht deswegen, weil kaum Wind zu spüren war, der aber ab Mitternacht leicht auffrischte. Dafür hatten wir nach Mitternacht wirklich dunklen Himmel. Das Seeing war sensationell, wie ich später an Aldebaran feststellte. Aber auch die Planeten zeigten sich knackig und die Sterne wie Stecknadeln. Es bekommt diesmal eine glatte 1. Die Grenzgröße legte Sepp direkt auf 6,3 mag fest. Den konnte auch ich sehen. Indirekt meinte er, sogar 6,5 bis 6,7 mag. Auch das war sensationell. Die Temperatur lag übrigens Anfangs bei ca. 10 Grad, fiel aber auf 6 Grad ab.

Ich zeigte mit meinem Laserpointer das, was es gerade zu sehen gab. Erst mal den Süd- und Westhimmel und erst etwas später den Norden und Osten. Auf meine Frage nach ihrem Sternbild, waren tatsächlich zwei Schützen dabei. Ich zeigte das Sternbild, das gerade im Begriff war unterzugehen. Dabei erklärte ich auch, warum ich, als Schütze geborener, inoffiziell ein Schlangenträger bin.
Auch Bootes kam den Horizont immer näher und so erzählte ich, daß der früher als Ochsentreiber bezeichnet wurde, der die sieben Ochsen, ihres Zeichen, die sieben Sterne des Großen Wagen, um den Göppel, den der Polarstern darstellt, treibt. Und wenn ich schon mal beim Polarstern war, erzählte ich gleich alles über die Präzession. Zwischendurch antwortete ich auch auf die Fragen der Kinder.

Schließlich wurde zum Schichtwechsel gerufen und weida is gaunga mit´n gleichn Zinnoba. Ich schaute kurz hinauf zu Gerald, der gerade die Milchstraße erklärte.
Ich nahm die nächste Gruppe in Empfang und war froh, daß sich die Wolken nun ganz gelichtet hatten, wenn es auch immer noch nicht so richtig dunkel war. Ich zeigte diesmal den ganzen Sternenhimmel und erzählte auch die Perseussage, wenn sich der Held der Sage, auch noch hinter den Bäumen versteckte.
Zwischendurch mußte ich mal zur Ruhe auffordern. Ich erklärte und die Kinder redeten untereinander, durcheinander. „Hallo! Wenn´s ia etwos leisa warats, miaßat i net so schrein!“ Und plötzlich woas stü – herrlich.
Da ich schon mal, unter anderen, bei Andromeda war, zeigte ich unsere Nachbargalaxie, den Andromeda Nebel. Das ungeschulte Auge der Gäste konnte natürlich an der Stelle nichts erkennen. „Da müßt ihr schon indirekt schaun!“; meinte ich.
„Wos is indirekt schaun?“; kam die Frage.
Ich erklärte alles von Stäbchen und Zäpfchen im Auge und forderte sie auf, den Stern, den ich mit dem Pointer anzeigte, direkt anzusehen. Dann müßten sie im oberen Sehbereich einen verwaschenen Fleck sehen. Bingo, das ist unsere Nachbargalaxie.
Nach einer kurzen Plauderei, war der Spuk dann auch schon vorbei. Ich schaute nochmal zu Gerald rauf. Der erzählte gerade eine seiner Schauergeschichten. Ich denke, wir beiden haben auf unsere Art wieder mal ein paar Gästen den Sternenhimmel näher gebracht.

Unten, auf der Station hatte es sich schon etwas gelichtet. Das war die Zeit, wo Sepp einen kleinen Refraktor vor der westlichen Hütte aufstellte. Er wollte heute nur beobachten und keine Kamera sehn.
Leider standen einige Zeit zwei verwaiste Teleskope herum. Meins, weil ich oben den Sternenhimmel erklärte und Kurt war auch eine Zeitlang abgängig. Er hat schon, als er noch aufbaute gesagt, daß er später, nach dem Vorüberflug der ISS, mal rüber geht ins Almhaus, um sich zu stärken.

Hab ich schon erwähnt, daß Edith auch da war, mit ihrem Freund. Ich hab nur kurz mit ihr geredet. Kamera hatte sie aber, glaub ich, keine dabei.
Es wurde nun Zeit, sich Kembel´s Kaskade zu suchen. Reinhard war zu der Zeit leider nicht mehr da und Franz hatte sich auch schon verabschiedet. Erst holte ich mir aber den offenen Sternhaufen NGC 1502, der am unteren Ende der Kaskade zu finden ist, ins Okular. Herrlich funkelte das kleine Schmuckkästchen. Danach tastete ich mich, Stern für Stern, die Kaskade entlang, bis zu deren nördlichen Ende. Anschließend holte ich mir die Kette noch mit dem 39mm Okular vom Himmel.

Theresa saß, in eine Decke gehüllt, auf der Bank, vor der Hütte. Ich suchte mir M 33, den Dreicksnebel im Dreieck. Besser als erwartet kam unsere Nachbargalaxie rüber.
Kurt und Sepp redeten neben mir vom Ringnebel, auch M 57 in der Leier, deren Zentralstern und von einer Galaxie neben dem Ringal. Den Zentralstern hatte ich schon mal gesehen, die Galaxie allerdings nicht. Ich fragte erst mal, wo denn die zu finden sei. „Auf 8 Uhr!“; meinte Sepp. Zugegeben, man mußte schon ganz genau hinschaun, um sie zu erkennen. Bei der Galaxie handelt es sich übrigens um       IC 1296.

Zwischendurch machte ich eine kleine Runde und schaute mir bei Walter Uranus an. Ich fragte ihn, wo den der zu finden sei. Auf einer Handy App zeigte er mir die Position, ich holte mir aber schließlich meinen Laptop, um den grünen Planeten sicher zu finden, glaubte ich zumindest.
In der Hütte waren Werner und Gerald. Sie plauderten noch mit Petra, einer Lehrerin der Schule, und ihren Mann. Ich redete eine Weile mit und verkaufte Petra schließlich eins meiner Bücher.

Beim Starten meines Lapi mußte ich feststellen, daß sich Stellarium nicht öffnen ließ. Es fragte immer nach irgendeinem Programm, das er nicht finden konnte. Also probierte ich es mit Cartes du Ciel. Das hatte ich schon ewig nicht verwendet. Hier fand ich die Position von Uranus.
Wieder draußen, konnte ich diesen aber nicht finden. Zwischendurch erhaschte ich bei Kurt einen Blick auf NGC 6781, einem planetarischen Nebel im Adler und auf NGC 6934, einem Kugelhaufen im Delphin.

Bei Uranus hatte ich zwar die richtige Position im Auge, diesen aber dennoch nicht im Okular. Sepp meinte, warum ich ihn nicht im Vereinsteleskop anschau; „Do brauchst eam nua eigebm!“
Da halt ich es wie Niki Lauda und der heutigen Formel 1, über die er mal meinte; „Heit kau jeda Off Rennfoan!“ Das sagte ich auch Sepp. Was heißen soll, daß ich nur selbst gesuchtes auch wirklich beobachtet habe. Was aber nicht heißt, daß ich nicht gern bei anderen Mal reinschau, wenn sie interessante Objekte im Okular haben.

Es war inzwischen fast Mitternacht. Theresa war schon müde und so fuhr ich mit ihr rüber ins Almhaus. Ich brauchte schließlich den Schlüssel, damit ich ins Almhaus komme. Hier stießen wir auf eine illustre Runde. Werner und Gerald hatten sich mit Petra, ihren Mann Franz und ihren Sohn hier her verzogen. Toni nahm einen kleinen Imbiss zu sich und Roman verabschiedete sich nach Hause. Das war gut so, denn nun hatten Theresa und ich Platz, um auch noch was zu trinken. Eine ganze Weile wurde noch getratscht, ehe sich wir uns nach einer Runde Schnaps verabschiedeten. Gerald lud ein paar Sechserträger Zwickel Bier in sein Auto und ich begleitete Theresa kurz ins Zimmer und fuhr wieder rüber zur Station.

Da baute Kurt bereits ab. Walter und Sepp waren auch am zusammenräumen und Hans stellte sich ein Objekt ein, daß er auf Chip bannen wollte und ich machte mich wieder über Uranus her. Gerald schleppte die Sechserträger in die Hütte und fragte mich, ob ich eines wolle. Blede Frog!

Kurz daruaf war ich allein, naja, fast. Hans sägte in unserem Matratzenlager einen ganzen Wald um.
Ich machte mich wieder über Uranus her, den ich einfach nicht finden konnte. Dabei suchte ich in der richtigen Gegend. Um nicht ganz verrückt zu werden, suchte ich mir zwischendurch schnell mal M 1, den Krabbennebel die Plejaden und prüfte an Aldebaran das Seeing, alle Drei im Stier. Danach schwenkte ich wieder um.

Eigentlich wollte ich schon aufgeben. Immer wieder schaute ich am Laptop und wieder durchs Fernrohr. Irgendwann fiel mein Blick auf Datum und Uhrzeit im Astroprogramm. Aus irgendeinem Grund war nicht auf Systemzeit eingestellt, sondern ein Datum fast zwei Monate vorher, also Mitte August.
Ich aktualisierte, schaute mir die neue Position an und hatte ihn plötzlich auch im Okular. Es war ein Objekt, den ich zwar schon die längste Zeit im Zielfernrohr hatte, aber wegen der falschen Einstellung nicht beachtete. Herrlich grün leuchtete er mir ins Okular.

Eigentlich wäre ich auf Neptun nun auch neugierig gewesen, aber der war inzwischen zu weit nach Westen gerückt und ich obendrein zu müde. Es war auch schon fast halb zwei. Also baute ich ab und verstaute alles im Auto.
Währenddessen huschte noch ein ziemlich heller Meteor über den Himmel. Es war um 1 Uhr 19, als ich was aufleuchten sah. Zwischen Walfisch und Wassermann, von den Fischen in den Bildhauer hinterließ er seine Leuchtspur, als ob er zwischen Großen und Kleinen Ötscher niedergehen würde. Dabei war seine Flugbahn leicht nach Osten geneigt.
Zufrieden fuhr ich rüber ins Almhaus, wo Theresa schon im Land der Träume war.

Sepp betreute wieder mal unser Vereinsgerät

Meade 10″ SC für Deep Sky
TMB 152 APO für Deep Sky und Planeten
TS 80mm ED-APO für Widefield Beobachtung
Skywatcher EQ-8 Montierung mit GOTO.

Später, als der Trubel vorbei war, baute er ein kleines Teleskop vor der Westhütte auf, ich hab aber keine Ahnung, welches.

Hans beobachtete mit seinem 12,5“ Newton mit 1420mm Brennweite in der Westhütte,

Walter hatte seinen Takahasi mewlon mit 250mm Öffnung und 2500mm Brennweite vor der westlichen Hütte aufgestellt,

Kurt hatte wieder mal seinen Dobson mit 450mm Durchmesser und 2000mm Brennweite im Einsatz

Und ich beobachtete mit meinem Bresser Refraktor mit 127mm Öffnung und 1200mm Brennweite.

 

 

Beobachtungsbericht vom 17. August 2018

Es war wieder mal öffentlicher Abend. Ich wollte so bald wie möglich auf der Alm sein und schaffte es gerade noch bis 19 Uhr. Ab St. Anton fuhr Werner vor mir, ganz schön flott! Drüben im Almhaus meinte er, daß ihn ein Irrer fast raufgejagt hat. Ich hüllte mich erst mal in Schweigen.
Oben auf der Station war im Moment nur Walter. Gottfrieds Dobson war links, auf der unteren Plattform aufgebaut. Eigentlich wollte ich, wie üblich, mein Teleskop aufstellen. Aber Werner meinte, wir sollten gleich mal zum Almhaus rübergehen, weil er Gottfried nicht länger warten lassen wollte. Er war ohnehin schon einen Stunde zu spät dran. Ich folgte ihm also; Fehler!

Kurt und Sepp leisteten Gottfried bereits Gesellschaft. Sie saßen unter der Linde, plauderten und warteten auf ihr Abendessen. Ich bestellte mir erst mal ein Bier, gegen den Durst und danach Kaffee und Kuchen, für den Genuss.
Bei Gottfried handelt es sich um keinen Geringeren als um den Obmann des ÖAV, der schon seit Donnerstag am Hochbärneck war und seinen Besuch noch bis Samstag ausdehnte. Während unserer Unterhaltung durfte ich einen Blick in sein Beobachtungsbuch werfen. Wirklich beeindruckend, wie er u. a. den Lagunen- oder den Hantelnebel zu Papier brachte, die er am Vortag beobachtet hatte.
Einige unserer Gäste machten sich auf den umliegenden Tischen bemerkbar und Gerald trudelte auch ein. Wir unterhielten uns alle zusammen noch eine ganze Zeit, bis plötzlich die Nacht hereingebrochen war.

Es war halb Neun vorbei, als wir rüber zur Station gingen. Da waren bereits mehr Gäste versammelt, als wir erwartet hatten. Kurt hatte auch seinen Dobson in die Mitte, zwischen den Hütten gestellt. Mein Fehler war, daß ich nun unter all den Leuten erst mein Teleskop aufstellen mußte. Mach ich nie wieder.

Gerald hatte plötzlich die glorreiche Idee, mit ein paar Gästen zurück zum Almhaus zu gehen, um ihnen durchs Speki die Venus zu zeigen. Zwischenrufe, daß die schon ziemlich am Horizont knabbere, wurden nicht gehört.
Kurz vor 9 Uhr zeigte ich als ersten Jupiter der schon weiter im Westen, in der Waage zu finden war. Kallisto konnte man links von ihm beobachten, Io, Europa und Ganymed rechts vom Gasriesen. Io war gerade dabei hinter Jupiter zu verschwinden, Europa und Ganymed standen direkt übereinander.
Der Mond, er stand nordöstlich, über dem Gasriesen, hatte noch einen Tag bis zum ersten Viertel. Beide wurden von den Gästen sofort in Augenschein genommen.
Saturn, er zog direkt in Südrichtung im Schützen seine Bahnen, war der nächste. Links von ihm konnte ich Titan erkennen. Den betrachtete auch Walter und meinte: „Dea is jo goa net lila!“ Auf mein, warum, meinte er, daß er bis jetzt durch einen Refraktor Saturn immer etwas lila gesehen hatte.
Da schaltete sich Sepp ein, der ebenso neben uns stand, und sagte, daß er den Refraktor erst justiert hätte, bevor er ihn an mich verkaufte; „…Eh vü z`büllig!“

Bei dem guten Seeing konnte man bei Jupiter schön die Wolkenbänder und bei Saturn auch die Cassini Teilung sehen. Es bekommt diesmal eine 1 minus. Die Grenzgröße legte Sepp auf 6,3 mag fest. Die Temperatur lag zum Glück bei 16 Grad, denn ich hatte keine Jacke mit und vom Wind spürte man kaum etwas.

Als nächstes sollte der Ringnebel in der Leier sein Licht in meinen Tubus fallen lassen. Die Gäste, rund um mich, machten mich diesmal leicht porös, besonders die jüngeren. Pausenlos mußte ich sie ermahnen, rund um mich etwas Abstand zu halten, da ich beim Suchen der Objekte doch einen gewissen Aktionsradius habe. Und da man offensichtlich nicht hören wollte, latschte ich ihnen immer wieder auf die Zehen. Das Ringerl kam übrigens supa rüber!
Zwischendurch erzählte ich immer wieder meine Geschichten und erklärte dies und das, was ich glaubte, es könnte unsre Gäste interessieren. Kurt und Sepp zeigten im Dobson bzw. im Vereinsteleskop alles Mögliche von M 13 im Herkules bis M 31 in der Andromeda. Werner und Hans gaben ihr Wissen preis und Gerald gab auch irgendwo sein Bestes von sich.
Ich startete nun mit ein paar Doppelsternen. Albireo, im Schwan, mit seinen blauen Begleiter machte den Anfang. Immer wieder ein schöner Anblick. Bei 61 Cygni, ebenso im Schwan, erzählte ich mein Gschichtl über Friedrich Bessel und die Parallaxe und bei Mizar – Alkor im Großen Bären, alles über die verschiedenen Arten von Doppelsternen.

Langsam lichtete es sich auf der Station. Nun war es Zeit, mal Mars unter die Lupe zu nehmen. Er zeigte sich zwar recht beeindruckend, dennoch warf ich nur einen kurzen Blick auf den roten Planeten.
Bevor uns die letzten Gäste verließen, zeigte ich im 39mm Okular unsre Nachbargalaxie M 31, auch bekannt als Andromedanebel, flankiert von ihren Begleitgalaxien M 32 und M 110. Danach schwenkte ich noch auf den Doppelhaufen h&chi im Perseus.

Danach startete ich einen kleinen Rundgang. Gottfried machte gerade eine Zeichnung von Mars, als ich kurz bei ihm vorbei schaute. Bei der Gelegenheit spechtelte ich auch ein wenig fremd und erhaschte so, neben Mars bei Gottfried, einen Blick auf M 27, dem Hantelnebel im Füchschen, M 22, einen Kugelsternhaufen im Schützen und M 15, einen weiterer Kugelhaufen im Pegasus, bei Kurt im Dobson und Sepp im Vereinsteleskop.
Wieder bei meinem Teleskop, fiel mir Kembels Kaskade ein, die sich wie eine Maschinengewehr Salve durch die Giraffe zieht. Gottfried gefiel meine Beschreibung für die Sternenkette, von der er noch nie gehört hatte. Er war von ihrem Anblick sehr beeindruckt.
Am unteren Ende der Kaskade schwenkte ich anschließend zu NGC 1502, einen schmucken kleinen offenen Sternhaufen, den ich auch im 13mm Okular betrachtete.
Kembles Kaskade ist ein Asterismus. Es ist eine scheinbare Linie von mehr als 20 Sternen über eine Distanz von etwa fünf Erdmonddurchmessern. Der offene Sternhaufen NGC 1502 liegt an einem Ende der Kette.
Die Formation wurde von Walter Scott Houston im Gedenken an Pater Lucian J. Kemble, einem Amateurastronomen, benannt. Dieser schrieb einen Brief an Walter in dem er die Formation als eine wunderbare Kaskade unter der Linie der Sterne Beta und Omega Camelopardalis, hinunter bis zu NGC 1502 beschrieb, die er entdeckte, als er den Himmel mit seinem Feldstecher beobachtete.
Walter war seinerzeit so beeindruckt, dass er einen Artikel über den Asterismus schrieb, der in seiner Kolumne Deep Sky Wonders in der Zeitschrift Sky & Telescope im Jahre 1980 erschien. Dort nannte er es im englischen Original Kemble’s Cascade.
Ein Asterismus ist wiederum eine Sternenfigur, welche aber kein Sternbild ist. Der bekannteste Asterismus sind die Plejaden und der Große Wagen oder das Wintersechseck, aber auch das Sommer- oder Frühlingsdreieck

Gottfried war sehr beeindruckt, wie wir unsere öffentlichen Abende gestalten. Ihm gefiel die Doppelkonferenz von Gerald und mir und wie wir auf unsere Weise den Leuten den Himmel näher bringen, z. B. Gerald´s Methode die Milchstraße anhand einer Nußschnecke zu erklären. Wie er sie erklärt, müßt ihr euch schon bei uns anschaun!

Kurt erwähnte schließlich etwas von einem Kometen, der irgendwo in der Gegend von Cassiopeia und Perseus unterwegs sein soll. Giacobini Zinner, auch bekannt unter der Katalognummer 21/P.
Mit 7,8 mag. Helligkeit, schenkte ich ihm erst nicht meine Aufmerksamkeit und suchte mir stattdessen M 33, den Dreiecksnebel im gleichnamigen Sternbild. Die Galaxie war echt gut zu beobachten. Kurt hatte vorhin schon mal von Mirachs Geist gesprochen, einer Galaxie in der Andromeda, mit der Katalognummer NGC 404. Diese Galaxie kannte Gottfried auch noch nicht.

Schließlich machte mich der Komet doch neugierig, den Walter gerade auf Chip bannte. Ich holte meinen Feldstecher und suchte in der Gegend, die Kurt mir zeigte. Bei ihm kam der Komet wirklich toll rüber.
Rasch hatte ich den Schweifstern mit meinem Feldstecher gefunden und nun ging es daran, ihn auch mit dem Teleskop zu finden. Ich schaute erst mit meinem 39mm Okular und hatte ihn schon bald im Visier. Sofort steckte ich ein Okular mit mehr Vergrößerung um und konnte nun auch schön den Schweif erkennen.

Danach kam allgemeine Aufbruch Stimmung auf. Allein Gottfried wollte noch länger aushalten, Hans überließ die Arbeit schon eine Weile seinen Laptop und hatte sich bereits im oberen Stock der mittleren Hütte bequem gemacht und Walter sammelte auch noch ein paar Photonen. So packte auch ich zusammen und fuhr nach Hause.

Es war seit langen wieder mal ein Beobachtungsabend nach meinen Geschmack, bei dem ich auch etwas für mich Neues erblickte. Ich wird mir in nächster Zeit wohl wieder mehr Zeit für mein faszinierendes Hobby nehmen müßen.

Sepp betreute unsere Vereinsteleskope in der Osthütte:

Meade 10″ SC für Deep Sky
TMB 152 APO für Deep Sky und Planeten
TS 80mm ED-APO für Widefield Beobachtung
Skywatcher EQ-8 Montierung mit GOTO

Hans beobachtete mit seinem 12,5“ Newton mit 1420mm Brennweite in der Westhütte,

Walter hatte seinen Takahasi mewlon mit 250mm Öffnung und 2500mm Brennweite vor der westlichen Hütte aufgestellt,

Kurt hatte wieder mal seinen Dobson mit 450mm Durchmesser und 2000mm Brennweite im Einsatz,

Gottfried hatte einen Sky Watcher Dobson mit 300mm Öffnung und 1500mm Brennweite,

und ich meinen Bresser Refraktor mit 127mm Öffnung und 1200mm Brennweite.

 

Giacobini Zinner etwa um 0 Uhr

 

 

Beobachtungsbericht zur Mofi am 27. Juli 2018

Eine Mondfinsternis ist an sich schon ein seltenes Ereignis. Im Allgemeinen sind Verfinsterungen des Mondes seltener als die der Sonne. Global kann man aber eine Mondfinsternis öfter beobachten als eine Sonnenfinsternis. Warum das so ist, ist leicht erklärt.
Während eine Sonnenfinsternis nur in einem schmalen Korridor zu beobachten ist, auf den der Mond seinen Schatten wirft, ist eine Mondfinsternis überall da zu sehen, wo der Mond gerade über dem Horizont steht. So war diese Finsternis global, außer in Mittel- und Nordamerika, überall zu beobachten.
Die Sofi vom 11. August 1999 war jedoch nur in einem maximal 112 Kilometer breiten und 14 000 Kilometer langen Korridor zwischen der Ostküste der USA und der Ostküste Indiens, im Golf von Bengalen, total zu beobachten.
Was noch seltener eintrifft als eine Mondfinsternis ist, daß sich zu einem solchen Ereignis, noch die Opposition eines Planeten gesellt. Wann zwei solche Oppositionen das letzte Mal oder das nächste Mal, gleichzeitig zu beobachten ist oder war; keine Ahnung!
Zu dieser Mondfinsternis, die übrigens die am längsten zu beobachtende dieses Jahrhunderts war, stand auch unser äußerer Nachbar, der rote Planet in Opposition zur Sonne. Auch dieser stand uns diesmal näher, wie er uns das nächste Mal erst wieder 2033 sein wird. Damit wäre zumindest mal das geklärt. Nun zum eigentlichen Bericht.

Theresa und ich machten kurz in Maria Taferl halt und ließen uns da ein Eis schmecken. Gegen 18 Uhr waren wir auf der Alm. Kurt, Daniel und Walter waren schon da. Ich stellte mein Teleskop, wie üblich, am Südost Eck, zwischen den Hütten auf und dann gingen wir hinüber ins Almhaus, um uns zu stärken. Hier trafen wir auf Maria, die schon den ganzen Nachmittag auf der Alm  war. Bald waren meine Cousine Waltraud und Erwin auch da, die mit uns die Finsternis beobachten wollten. Sepp, Werner und Gerald gesellten sich ebenso zu uns.

Erst gegen halb neun Uhr waren wir wieder auf der Warte. Da waren mittlerweile auch Hans, Roman von jede Menge Gäste umgeben. Geschätzte 60 Gäste verfolgten mit uns das nicht Alltägliche Himmelsereignis!
Leider zogen einige Wolken herum. Gerade im Osten bedeckten sie den Himmel. Auch Jupiter, der in der Waage seine Bahnen zog, wurde immer wieder von Wolken bedeckt. Io stand links des Gasriesen, Kallisto, Ganymed und Europa rechts von ihm.
Auch Saturn, im Schützen, wurde aufs Korn genommen. Hier konnte ich aber nur Titan, links über ihm erkennen.
Endlich, gegen halb 10, betrat auch bei uns der Mond die Himmelsbühne. Leider versteckte er sich aber immer wieder hinter Wolken. Mars folgte ihm eine halbe Stunde später. Viel war aber auf dem roten Planeten, wegen Sandstürme, nicht zu erkennen. Beide standen im Steinbock.

Der leichte Wind, der uns leicht um die Nase wehte, vertrieb zum Glück bald die Wolken. Lediglich hohe, dünne Cirren blieben. Die störten aber kaum. Die Temperatur sank auf frische 16 Grad.

Während der Totalität konnten wir gut die Milchstraße beobachten. Gerald und ich erklärten abwechselnd den Sternenhimmel, Sepp und Walter fotografierten, Hans und Werner plauderten ebenfalls mit den Gästen und der Rest unseres Teams genossen einfach den Augenblick. Sepp nutzen die Gunst der Stunde und zeigten so manches Deep Sky Objekte. Ich erhaschte gerade mal einen Blick auf den Kugelhaufen M13 im Herkules.

Natürlich machte auch ich immer wieder Fotos vom roten Mond und seinen Nachbarn am Himmel.
Ab viertel nach 10 gab der Erdschatten den Mond wieder frei und das machte sich auf das Gedränge auf der Sternwarte bemerkbar. Auch hier lichtete es sich allmählich.
Kurz nach halb 11 blickten wir alle gespannt nach Südwesten. Die ISS kreuzte über den Himmel, dessen Besatzung die Finsternis quasi vom Logenplatz aus betrachtete.

Schließlich hatte Gerald die Idee seines Lebens. Er fuhr hinüber ins Almhaus und holte eine Kiste mit Bier und anderen Getränken herüber. Maunchmoi hot ea wiaklich an Geistesblitz!
Kurz bevor wir zusammenpackten, hatten wir nochmal die Gelegenheit, die ISS zu beobachten, diesmal durch das Teleskop von Walter. War echt toll, die Raumstation mal nicht nur als hellen Punkt zu sehen.
Danach verabschiedeten wir uns, es war schon nach Mitternacht und fuhren rüber ins Almhaus, wo Theresa und ich diesmal unser Quartier hatten.

 

Ich hab diesmal nicht so darauf geachtet, wer welches Teleskop im Einsatz hatte.

Sepp betreute unsere Vereinsteleskope in der Osthütte:

Meade 10″ SC für Deep Sky
TMB 152 APO für Deep Sky und Planeten
TS 80mm ED-APO für Widefield Beobachtung
Skywatcher EQ-8 Montierung mit GOTO

Hans beobachtete mit seinem 12,5“ Newton mit 1420mm Brennweite in der Westhütte,

Walter hatte seinen Takahasi mewlon mit 250mm Öffnung und 2500mm Brennweite auf der unteren Beobachtungsplattform aufgestellt,

Kurt, Daniel und Gerald hatten kein Teleskop

Ich hatte, meinen „Neuen“ Bresser Refraktor mit 127mm Öffnung und 1200mm Brennweite auf der oberen Beobachtungsplattform, zwischen den Hütten aufgestellt.

 

 

 

Den Sternen näher im Ötscherland

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