2018

Beobachtungsbericht zur Mofi am 27. Juli 2018

Eine Mondfinsternis ist an sich schon ein seltenes Ereignis. Im Allgemeinen sind Verfinsterungen des Mondes seltener als die der Sonne. Global kann man aber eine Mondfinsternis öfter beobachten als eine Sonnenfinsternis. Warum das so ist, ist leicht erklärt.
Während eine Sonnenfinsternis nur in einem schmalen Korridor zu beobachten ist, auf den der Mond seinen Schatten wirft, ist eine Mondfinsternis überall da zu sehen, wo der Mond gerade über dem Horizont steht. So war diese Finsternis global, außer in Mittel- und Nordamerika, überall zu beobachten.
Die Sofi vom 11. August 1999 war jedoch nur in einem maximal 112 Kilometer breiten und 14 000 Kilometer langen Korridor zwischen der Ostküste der USA und der Ostküste Indiens, im Golf von Bengalen, total zu beobachten.
Was noch seltener eintrifft als eine Mondfinsternis ist, daß sich zu einem solchen Ereignis, noch die Opposition eines Planeten gesellt. Wann zwei solche Oppositionen das letzte Mal oder das nächste Mal, gleichzeitig zu beobachten ist oder war; keine Ahnung!
Zu dieser Mondfinsternis, die übrigens die am längsten zu beobachtende dieses Jahrhunderts war, stand auch unser äußerer Nachbar, der rote Planet in Opposition zur Sonne. Auch dieser stand uns diesmal näher, wie er uns das nächste Mal erst wieder 2033 sein wird. Damit wäre zumindest mal das geklärt. Nun zum eigentlichen Bericht.

Theresa und ich machten kurz in Maria Taferl halt und ließen uns da ein Eis schmecken. Gegen 18 Uhr waren wir auf der Alm. Kurt, Daniel und Walter waren schon da. Ich stellte mein Teleskop, wie üblich, am Südost Eck, zwischen den Hütten auf und dann gingen wir hinüber ins Almhaus, um uns zu stärken. Hier trafen wir auf Maria, die schon den ganzen Nachmittag auf der Alm  war. Bald waren meine Cousine Waltraud und Erwin auch da, die mit uns die Finsternis beobachten wollten. Sepp, Werner und Gerald gesellten sich ebenso zu uns.

Erst gegen halb neun Uhr waren wir wieder auf der Warte. Da waren mittlerweile auch Hans, Roman von jede Menge Gäste umgeben. Geschätzte 60 Gäste verfolgten mit uns das nicht Alltägliche Himmelsereignis!
Leider zogen einige Wolken herum. Gerade im Osten bedeckten sie den Himmel. Auch Jupiter, der in der Waage seine Bahnen zog, wurde immer wieder von Wolken bedeckt. Io stand links des Gasriesen, Kallisto, Ganymed und Europa rechts von ihm.
Auch Saturn, im Schützen, wurde aufs Korn genommen. Hier konnte ich aber nur Titan, links über ihm erkennen.
Endlich, gegen halb 10, betrat auch bei uns der Mond die Himmelsbühne. Leider versteckte er sich aber immer wieder hinter Wolken. Mars folgte ihm eine halbe Stunde später. Viel war aber auf dem roten Planeten, wegen Sandstürme, nicht zu erkennen. Beide standen im Steinbock.

Der leichte Wind, der uns leicht um die Nase wehte, vertrieb zum Glück bald die Wolken. Lediglich hohe, dünne Cirren blieben. Die störten aber kaum. Die Temperatur sank auf frische 16 Grad.

Während der Totalität konnten wir gut die Milchstraße beobachten. Gerald und ich erklärten abwechselnd den Sternenhimmel, Sepp und Walter fotografierten, Hans und Werner plauderten ebenfalls mit den Gästen und der Rest unseres Teams genossen einfach den Augenblick. Sepp nutzen die Gunst der Stunde und zeigten so manches Deep Sky Objekte. Ich erhaschte gerade mal einen Blick auf den Kugelhaufen M13 im Herkules.

Natürlich machte auch ich immer wieder Fotos vom roten Mond und seinen Nachbarn am Himmel.
Ab viertel nach 10 gab der Erdschatten den Mond wieder frei und das machte sich auf das Gedränge auf der Sternwarte bemerkbar. Auch hier lichtete es sich allmählich.
Kurz nach halb 11 blickten wir alle gespannt nach Südwesten. Die ISS kreuzte über den Himmel, dessen Besatzung die Finsternis quasi vom Logenplatz aus betrachtete.

Schließlich hatte Gerald die Idee seines Lebens. Er fuhr hinüber ins Almhaus und holte eine Kiste mit Bier und anderen Getränken herüber. Maunchmoi hot ea wiaklich an Geistesblitz!
Kurz bevor wir zusammenpackten, hatten wir nochmal die Gelegenheit, die ISS zu beobachten, diesmal durch das Teleskop von Walter. War echt toll, die Raumstation mal nicht nur als hellen Punkt zu sehen.
Danach verabschiedeten wir uns, es war schon nach Mitternacht und fuhren rüber ins Almhaus, wo Theresa und ich diesmal unser Quartier hatten.

 

Ich hab diesmal nicht so darauf geachtet, wer welches Teleskop im Einsatz hatte.

Sepp betreute unsere Vereinsteleskope in der Osthütte:

Meade 10″ SC für Deep Sky
TMB 152 APO für Deep Sky und Planeten
TS 80mm ED-APO für Widefield Beobachtung
Skywatcher EQ-8 Montierung mit GOTO

Hans beobachtete mit seinem 12,5“ Newton mit 1420mm Brennweite in der Westhütte,

Walter hatte seinen Takahasi mewlon mit 250mm Öffnung und 2500mm Brennweite auf der unteren Beobachtungsplattform aufgestellt,

Kurt, Daniel und Gerald hatten kein Teleskop

Ich hatte, meinen „Neuen“ Bresser Refraktor mit 127mm Öffnung und 1200mm Brennweite auf der oberen Beobachtungsplattform, zwischen den Hütten aufgestellt.

Den Sternen näher im Ötscherland

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